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Teil 4: Lebensmittelliste – Was darf ein Hund fressen und was nicht?

Was darf der Hund fressen? Was soll er fressen? Und wovon wie viel? Das alles sind wichtige Fragen für die Gesundheit und ein langes Leben für Ihren Hund. Die Meinungen sind hier sehr unterschiedlich und oft genug auch von geschäftlichen Interessen seitens der Händler geprägt. Orientierung bietet eine Liste an Lebensmitteln die wirklich wichtig für den Hund oder solche, auf die lieber verzichtet werden sollte.

 Zum besseren Überblick wird die Lebensmittelliste hier nach Nahrungsmittelgruppen und Nährstoffen aufgeteilt.

Fleischsorten:

Unter den Innereien dürfte Pansen (98 kcal/100g) bei den meisten Hunden das beliebteste Futter sein. Er ist sehr eiweißhaltig (12 g/100g) also wichtig für die Entwicklung der Muskeln des Tieres. Jedoch bringt der hohe Eiweißgehalt auch eine hohe Energiedichte mit sich. Es sollte also nicht zu viel Pansen gefüttert werden, da viele Hunde Figurprobleme entwickeln. Ebenso ist bei Hunden mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion auf den Proteingehalt in der Nahrung zu achten, da Proteine die Organe bei der Verdauung sehr beanspruchen.

Eine interessante Modeerscheinung ist die Fütterung von Pferdefleisch (105 kcal/100g). Ursprünglich wurde es empfohlen bei allergischen Hunden oder um Allergien auszuschließen. Richtig ist, dass Pferdefleisch sehr mager ist und reichlich Protein enthält. Ebenso richtig ist aber auch, dass Pferdefleisch unter allen Fleischsorten die Zuckerreichste ist. Daher sollte der Anteil in der Hundekost nicht allzu hoch sein.

Rohfleischfütterung auch Barfen genannt, erfreut sich großer Beliebtheit. Hier gilt: Der Fleischanteil sollte zwei Drittel der Gesamternährung ausmachen. Achten Sie hier bitte auch auf die Zuführung von Rohfett, es wird zur optimalen Verdauung der Eiweißanteile im Fleisch gebraucht. Auf Grund der Qualität von Industriefleisch wird diese Fütterungsart sehr kritisch gesehen. Auch erhält der Hund viel Energie, die abgebaut werden muss. Sollte Ihr Hund ein beschauliches Leben als Begleiter führen, sollten Rohfleischanteile in der Fütterung sehr klein sein.

Leber (140kcal/100g) enthält wichtige Nährstoffe für den Hund. Das proteinreiche Fleisch liefert viel Energie und sollte regelmäßig (einmal pro Woche) verfüttert werden. Auch die Fettsäuren aus der Leber sind für die Gesundheit des Hundes von großer Bedeutung. Jedoch sollte Leber, wie alle anderen Innereien auch, sicherheitshalber abgekocht werden, da sonst Unverträglichkeiten drohen. Sollte der Hund Leber nicht mögen, können Sie auch Lebertran anbieten, es genügt ein teelöffel pro Woche.

Gekochtes Fleisch (Kalorien abhängig von Fleischsorte) kann von allen Tieren einen wichtigen Anteil in der Hundeernährung spielen. Achten Sie hierbei darauf, dass das Fleisch nicht gewürzt ist! Die meisten Würzmittel sind für die Leber und die Nieren eines Hundes eine gewaltige Herausforderung und sorgen für Schädigungen beim Dauerverzehr.

Getreidearten, Obst und Gemüse:

Sämtliche Getreidesorten sind stärkehaltig. Das bedeutet, sie liefern verschiedene Zuckerarten, deshalb sollten sie sparsam verfüttert werden. Gemüse liefert Vitamine und Ballaststoffe.

  • Haferflocken (354 kcal/100g) als Beikost sind weniger gut geeignet. Bei vielen Hunden führt die Fütterung mit vielen Haferflocken zu Durchfällen wegen des hohen Ballaststoffanteils (8g/100g).
  • Reis (354 kcal/100g roh) kann als Sättigungsbeilage gut ins bei jeder Mahlzeit Futter gemischt werden. Er wird vor allem dann empfohlen, wenn der Hund sehr schnell frisst. Der Anteil im Futter sollte aber sehr klein sein, da Reis bei vielen Hunden stopfend wirkt.
  • Kartoffeln (70 kcal/100g gekocht) sind bei Hunden sehr beliebt. Achtung! Niemals roh füttern! Auch die Schale darf der Hund nicht fressen. Gut durchgekocht dürfen sie mehrmals die Woche gefüttert werden.
  • Milchprodukte:
  • Für Verdauung und Haut wird die Fütterung von Milchprodukten empfohlen. Sie sind wichtige Lieferanten für Protein und Rohfett.
  • Quark (71 kcal/100g) sollte in seiner mageren Form verfüttert werden, weil alles andere zu Durchfällen führt. Achten Sie darauf, dass der Quark nicht zu kalt ist. Einmal pro Woche ins Futter gemischt, sorgt er für eine gute Verdauung. Er sorgt auch für die Deckung des Calcium– und Magnesiumbedarfs. Alternativ können Sie dem Hund auch mageren Jogurt oder Hüttenkäse anbieten.

Beim Obst gibt es einige Dinge zu beachten: Ihr Hund sollte niemals Kerne mit fressen! Sie enthalten Eiweißverbindungen, die für den Hund unter Umständen giftig werden können. Steinobst führt oft zu Blähungen, Nachtschattengewächse wie etwa Tomaten sind für den Hund gesundheitsschädlich. Erlaubt sind Äpfel und Bananen. Auch Beerenfrüchte gelten inzwischen als nicht mehr ganz unbedenklich.

Nahrungsergänzungen:

Hier ist als erstes Leinöl zu nennen. Es versorgt den Hund mit den wichtigen ungesättigten Fettsäuren und sorgt für glänzendes Fell und schuppenfreie Haut. In jede Hundemahlzeit darf ein Esslöffel Leinöl gegeben werden.

  • Calcium muss NICHT zugefüttert werden! Der Hund deckt den Bedarf aus dem Futter und aus Tierknochen, die er regelmäßig bekommen sollte.
  • Magnesium muss als Einzelpräparat ebenfalls nicht zugefüttert werden. Manche Experten empfehlen Magnesiumgaben als Unterstützung bei der Erziehung. Es hat sich gezeigt, dass der Mineralstoff sehr nervöse oder auch aufbrausende Hunde wirksam beruhigt.
  • Bierhefe enthält wichtige Proteine, Mineralstoffe und vor allem Vitamine aus B-Gruppe sowie Vitamin E. Es unterstützt Ihren Hund beim Fellwechsel, da in dieser Zeit viele Tiere zu Schuppen neigen. Es gibt Pulver und auch Tabletten für Hunde, die Sie in der angegebenen Dosierung zu füttern können.
  • Kauknochen werden für die verschiedensten Hundegrößen im Handel angeboten. Sie sollen die Zähne reinigen und die Kaumuskulatur trainieren. Verwenden Sie diese Kauknochen sparsam, denn sie sind echte Kalorienbomben. Den gleichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie Ihrem Hund ein oder zweimal im Monat Rinderknochen oder abgekochte Schweineknochen zum Kauen und Nagen geben.
  • Glucosamin ist eine Kombination aus mehreren Aminosäuren. Es bildet im Körper schwefelhaltige Verbindungen, die essentiell für den Aufbau und die Regeneration von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenkknorpeln sind. Bei älteren Hunden kann mit der Zufütterung das Wohlbefinden gefördert und eventuelle Gelenksabnutzungen verzögert und gemildert werden.

Nicht empfehlenswert:

  • Schokolade schädigt mit der Zeit das Nervensystem des Hundes. Das Serotonin im Kakao wird im Hundemagen zur toxischen Verbindung, weswegen das Fressen von Zartbitterschokolade sogar zum Schock führen kann.
  • Sauerkraut ist für Ihren Hund ein wirksames Brechmittel. Es hat auf dem normalen Speiseplan nichts verloren, kann aber sehr hilfreich sein, wenn das Tier etwas verschluckt hat. Bei Vergiftungen ist diese Kur nicht ohne tierärztlichen Rat anzuwenden!

Manche Hundehalter geben, vor allem wenn Hundesport betrieben wird das Präparat Traumeel als Zufütterung. Dies ist nicht empfehlenswert, es sei denn, der Hund hat sich verletzt. Angeblich, so ist zu lesen, soll dieses Präparat den Muskelaufbau unterstützen und die Gelenke schützen. Dies ist falsch! Das Präparat wird als Schmerzmittel und Entzündungshemmer bei Verletzungen angewendet.

 

Bildquellen:

  • hunde_lebensmittel: csakisti/Depositphotos.com