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Teil 5: Was tun, wenn der Hund nicht frisst?

Mein Hund frisst nicht. Muss ich mir Sorgen machen? Woran kann das liegen? Was kann ich tun? Muss ich mit ihm sofort zum Tierarzt? Solche Fragen beschäftigen Hundebesitzer, deren Tier nicht fressen will. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, manchmal ein Hinweis auf Erkrankung. Sollte Ihr Hund die Nahrungsaufnahme verweigern gilt es zunächst zu klären, ob er das generell tut oder ob er nur das angebotene Futter nicht mag. Bieten Sie Ihrem Vierbeiner ein Leckerchen an. Nimmt er das, können Sie schon einmal ausschließen, dass er generell nicht fressen will. Dann gibt es verschiedene Gründe, warum er das Futter verweigert.

  • Hunde fressen in erster Linie, um den Energiebedarf zu decken. Es kann also sein, dass er schlichtweg keinen Hunger hat. Haben andere Familienmitglieder den Hund bereits gefüttert? Bekommt er viel nebenbei zugesteckt?
  • Der Geruchssinn ist der stärkste Sinn des Hundes. Haben Sie vielleicht das Futter gewechselt? Kann es aus anderen Gründen anders riechen als sonst, zum Beispiel, weil Sie etwas zugesetzt haben? Haben Sie den Napf kürzlich gespült? Die Erfahrung zeigt, dass sogar ein ungewohntes Spülmittel dazu führen kann, dass der Hund das (anders riechende) Futter nicht annimmt. Tipp: Spülen Sie die Näpfe immer mit reichlich klarem Wasser nach.
  • Verwenden Sie Kunststoffnäpfe? Die Nutzen sich mit der Zeit ab, es entstehen feine Risse in denen sich Futterreste ablagern. Auch das kann den Geruch des Futternapfes beeinflussen!

 Worauf Sie achten sollten

Wenn Ihr Hund also das Leckerchen annimmt, beobachten Sie bitte, wie er kaut. Speichelt er stark beim Fressen? Bewegt er seinen Kopf dabei ruckartig oder ungewöhnlich viel? Dann liegt das Problem vermutlich im Fang (Fachbegriff für das Hundemaul).

  • Wenn er heftig speichelt, dann kann dies auf Beschwerden am Zahnfleisch hindeuten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Ältere Hunde neigen zu Zahnfleischentzündungen, die sehr schmerzhaft werden können. Vor allem, wenn Sie an den Zähnen braune Ablagerungen sehen, dies ist Zahnstein, liegt der Verdacht auf eine solche Entzündung nahe. Tipp: Lassen Sie dem Tier einmal im Jahr vom Tierarzt den Zahnstein entfernen. So vermeiden Sie Entzündungsherde.
  •  Bewegt er den Kopf heftig beim Kauen dann vermutlich deshalb, weil er einen bestimmten Zahn zu vermeiden versucht. Hunde können die Kiefer nur auf und ab bewegen, mit der Zunge können sie Nahrung nur bedingt im Mund bewegen. Sie tun dies dann durch die Bewegung des Kopfes. Ein gebrochener Zahn ist sehr schmerzhaft, in etwa wie ein freiliegender Zahnhals beim Menschen.
  • Tritt beides zusammen auf, so kann ein Fremdkörper zwischen den Zähnen stecken.
  • Legen Sie behutsam die Hände an die Wangen des Hundes, wenn er kaut. Spüren Sie Springen oder Schieben des Kiefergelenkes? Auch dort kann Ihr Hund Muskel- und Gelenkbeschwerden entwickeln. Ist dies der Fall, braucht er vielleicht weicheres Futter.
  • Beobachten Sie das Schlucken! Wirft er den Kopf heftig nach vorne? Schluckt er mehrmals krampfartig? Saugt er dabei hörbar Luft durch die Nase ein? Dann hat er sehr wahrscheinlich etwas im Hals. Das kann ein Fremdkörper sein oder auch eine Entzündung. Tierarztbesuch ist hier dringend angezeigt.

Wenn Ihr Hund auch das angebotene Leckerchen nicht will, geben Sie ihm etwas Zeit und versuchen Sie es noch einmal. Beobachten Sie ihn in zwischen.

– Ist er apathisch, oder ungewöhnlich nervös? Glänzen die Augen? Macht er einen schlappen Eindruck? Bricht er oder hat er Durchfall? In diesem Fall kann in der Tat eine Erkrankung oder gar Vergiftung vorliegen. Suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. Sollte sich das Befinden des Tieres plötzlich verändern, bringen Sie ihn sofort zum Arzt.

  •  Überlegen Sie bitte: Hat Ihr Hund auf einem Spaziergang etwas gefressen? Dann kann ein Fremdkörper im Verdauungstrakt oder etwas Unverträgliches oder gar Giftiges der Grund für die Futterverweigerung sein.
  •  Hat oder hatte jemand in Ihrer Familie in der letzten Zeit einen Magen-Darm-Infekt oder eine Erkältung? Manche Erreger die Menschen krank machen, können auch Hunde befallen.

Was können Sie tun, um Ihrem Hund zu helfen?

Wenn es keine Hinweise auf Erkrankung gibt, der Hund keine Schmerzen hat und sich normal verhält, ist die Futterverweigerung kein Grund zur Sorge. Hunde  können durchaus ein paar Tage ohne Nahrung auskommen. Manche Tiere „fasten“ in der Läufigkeit, auch Rüden tun dies, wenn die Hündinnen in der Nachbarschaft läufig sind.

Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Hund ausreichend trinkt. Bei Flüssigkeitsmangel können schnell Kreislaufbeschwerden auftreten oder die Nieren des Tieres Schaden nehmen.

Zwingen Sie ihn nicht zum Fressen. Manche Hundehalter stecken dem Hund dann Futterbrocken in den Mund. Das wird die Verweigerungshaltung möglicherweise noch verstärken, weil Fressen dann vom Tier mit Zwang und Stress verbunden wird. Überhaupt sind Stresssituationen ein häufiger Grund, warum ein Hund nicht frisst.

Bieten Sie ihm sein Futter immer wieder einmal an und bleiben Sie entspannt. Ihr Hund spürt, wenn Sie gestresst sind und wird Sie bewachen. Im „Bewachungsmodus“ hat der Hund keinen Appetit.

 

Bildquellen:

  • Hund, Fressen: Nicooo76 / Pixabay